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Wohnungswechsel: Haustierstress?

Umzüge können Maunz, Bello und Co. mächtig zusetzen

Wohnungswechsel: Hund in Auto
Nicht alle Haustiere reagieren auf einen Umzug so cool wie dieser Kollege. Vor allem Katzen leiden meist sehr unter dem erzwungenen Ortswechsel. // Foto: (c) javier brosch - fotolia.com

Studium, Ausbildungsstelle, Arbeitsplatzwechsel oder vielleicht einfach nur zu Freund oder Freundin in die Wohnung ziehen. Es gibt tausenderlei Gründe, um seinen Wohnort zu wechseln. Sie alle bedeuten aber meist eines: Jede Menge Stress und Umzugshektik für euch. Nur für euch? Mitnichten: Wenn Hunde oder Katzen zu eurem „Hausrat“ gehören, dann leiden auch diese nicht nur unter dem unmittelbaren Stress des Umzugs selbst, sondern besonders unter der neuen und vor allem ungewohnten Umgebung. Insbesondere Katzen reagieren je nachdem sogar extrem allergisch darauf, aus ihrem Revier herausgerissen zu werden. Hunde hingegen sind zwar in den meisten Fällen mehr mensch- als ortsbezogen – solange Herrchen oder Frauchen dabei ist, ist für sie meist alles gut – aber auch sie leiden unter einem Wohnungswechsel. Wie diese Phasen für eure Haustiere am besten zu bewältigen sind, zeigt der nachfolgende Artikel.

Vorbereitungen
Wohnungswechsel: For Sale
Habt ihr schon den Schlüssel zur neuen Wohnung, solltet ihr jeden Tag mit eurem Vierbeiner dort einen kleinen Trip hin unternehmen und jedes Mal etwas länger da bleiben, damit sich die Tiere an das Umfeld gewöhnen. // Foto: (c) Andy Dean - fotolia.com

Zum Verständnis: Einem Menschen kann man erklären, warum er aus der einen Wohnung raus und in eine andere Wohnung einziehen muss. Bei Tieren funktioniert das naturgemäß nur ziemlich eingeschränkt und der Schock für sie sitzt umso größer, je weniger Zeit sie hatten, um die neue Umgebung schon im Vorfeld kennenzulernen. Die beste Vorbereitung auf einen stressfreien Umzug ist es daher, die Vierbeiner so früh wie möglich an die neue Wohnung heranzuführen. Meist ist es ja so, dass der Schlüssel für die neuen vier Wände schon einige Tage oder im Idealfall auch Wochen vor dem Umzug bei euch ist. In diesem Fall solltet ihr euch regelmäßig den Hund oder die Katze schnappen mit ihnen einfach eine gewisse Zeit in der neuen Bude verbringen. Diese Zeit sollte dabei in immer kleinen Schritten gesteigert werden, sodass die Tiere ganz sanft eingewöhnt werden. Besonders wichtig, falls ihr von einer Einzelwohnung in eine WG mit lauter fremden Leuten zieht: Auch an diese müssen sich die Tiere langsam gewöhnen.

 

Tipp: Katzenbesitzer können in der neuen Wohnung auch zu diesem Zeitpunkt bereits das Katzenklo an seine endgültige Position stellen. So merken die Miezen beim Herumstreifen direkt, wo sie sich später erleichtern können.

Wohnungswechsel: Info

Freilich müsst Ihr euch nicht einfach nur mit dem Tier in die leere Wohnung setzen. Solche Trips bieten sich ja auch geradezu dafür an, bereits einige Teile aus der alten Wohnung herüber zu transportieren. Umso weniger muss am eigentlichen Umzugstag geschleppt werden.

Tipp: Hundebesitzern rät Umzugs-ABC dazu, diese Vorbereitungen auch nutzen, um mit Bello sein neues Revier zu erkunden. So kann er sich ebenfalls schon jetzt auf neue Gerüche und die Umgebung einstellen.

 

Und dann solltet ihr euch auch überlegen, wie der „große Tag“ mit Hinblick auf das Tier ablaufen soll. Hier gibt es drei Optionen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

  • Wer einen Umzugsservice beauftragt, der kann sich ganz seinem vierbeinigen Liebling widmen, zahlt aber natürlich auch das meiste Geld. Diese Lösung eignet sich sowohl für Hunde als auch Katzen.

 

  • Hat das Tier einen besonderen Bezug zu einer bestimmten Person, könnt ihr es in die Obhut dieses Menschen geben, während ihr euch ums Möbelschleppen kümmert. Das schont freilich den Geldbeutel, ist aber besonders für anhängliche Hunde geeignet.
Wohnungswechsel: Info
  • Option drei wäre es, einen professionellen Tiersitter zu engagieren, der für die Umzugszeit auf eure Lieben aufpasst. Bei Katzen kann es auch angebracht sein, sie für ein, zwei Tage in einer Katzenpension unterzubringen, damit sie von dem ganzen Stress nichts mitbekommen. Außerdem verhindert das, das durch die Neugierde der Tiere die Katze versehentlich „mit eingepackt“ wird – was schön öfter vorkam, als mancher glauben mag. Wichtig auch für die Besitzer von Nagern: Diese Tiere haben zwar kaum Probleme mit einem Ortswechsel, in einem wackelnden Auto transportiert werden ist aber trotzdem sehr stressig für die Tiere. Daher solltet Ihr laut Krone in eine Transportbox investieren und diese mit einer Decke abdunkeln werden, damit die Reise nicht zur Qual für Hase und Co wird.

Wichtig auch für die Besitzer von Nagern: Diese Tiere haben zwar kaum Probleme mit einem Ortswechsel, in einem wackelnden Auto transportiert werden ist aber trotzdem sehr stressig für die Tiere. Daher solltet Ihr laut Krone in eine Transportbox investieren und diese mit einer Decke abdunkeln werden, damit die Reise nicht zur Qual für Hase und Co wird.

Am Umzugstag
Wohnungswechsel: Kartons
Umzugsstress geht für Katzen gar nicht. Am besten werden Sie gleich ganz „ausgelagert“, damit der ganze Troubel ihnen nicht aufs Gemüt schlägt. // Foto: (c) Kurhan - fotolia.com

Je nachdem, für welche der drei zuvor genannten Optionen ihr euch entschieden habt, muss das Vorgehen am Umzugstag selbst etwas unterschiedlich ablaufen

 

  • Soll das Tier den Umzug über bei einer Bezugsperson verbringen, so empfiehlt es sich, es im Idealfall schon am Vorabend, spätestens aber vor Beginn der eigentlichen Umzugshektik dorthin zu bringen.

 

  • Habt ihr euch für die Variante mit dem Umzugsdienst entschlossen, sollten gerade die Hundebesitzer unter euch am besten auch gleich die Wohnung zusammen mit Bello verlassen: Die vielen fremden Menschen wirken oft einschüchternd und tragen nicht gerade zur Beruhigung des Hundes bei. Bei Katzen reicht es ggf. auch aus, sie einfach in ein Zimmer zu sperren und in kurzen Abständen nach Ihr zu sehen.

 

  • Auch der Tiersitter sollte im besten Fall schon vor Eintreffen der ersten Helfer das Tier übernommen haben. In allen drei Fällen sollten die Tiere nicht öfter durch die Gegend transportiert werden, als unbedingt nötig. Das bedeutet: Wer seinen Hund abends zu einem Freund oder den Eltern gebracht hat, sollte ihn erst abholen, wenn die neue Wohnung vollständig eingerichtet ist. Gleiches gilt auch für Katzen, die naturgemäß nur äußerst ungern in einer Transportbox eingesperrt sind. Grundsätzlich gilt zudem: Die Tiere immer vorn im Auto mitnehmen und keinesfalls zwischen Kisten und Kartons irgendwo im Inneren eines Umzugslasters. Je nachdem, wie umfangreich ihr euer Tier schon vor dem Umzug mit der neuen Wohnung vertraut machen konntet, wird die nun folgende „Erstbegegnung“ mit dem neuen und vor allem voll eingerichteten Heim einfacher oder schwieriger für das Tier.

 

  • In jedem Fall sollte in einer Ecke schon ein kuschliger Schlafplatz mit allen gewohnten Decken und Spielzeugen bereitgemacht werden. Am besten in einer Nische, wohin sich das Tier zurückziehen kann aber gleichzeitig die neue Umgebung gut überblicken kann. Bei besonders ängstlichen Katzen kann es sich auch anbieten, sie erst einmal in einen Raum zu stecken um sich dort zu beruhigen.

 

  • Hundebesitzer sollten, auch wenn sie vom Umzugsstress ausgelaugt sind, trotzdem noch eine längere Runde um den Block drehen und zudem den Vierbeiner an diesem Abend ganz besonders verwöhnen.

 

  • Katzeneltern, deren Samtpfoten vorher Freigänger waren, sollten die Tiere in keinem Fall sofort rauslassen, sondern erst einmal ein paar Tage in der Wohnung behalten, damit die Tiere sich eingewöhnen können. Das gilt ganz besonders im Winter. Zooroyal hat einen Tipp auf Lager: Polstert in dem Fall die Fensterbänke mit dicken Handtüchern oder Kissen, sodass sich die Katze von dort aus erst mal einen gechillten Überblick über die Lage verschaffen kann.
Die ersten Tage
Wohnungswechsel: Futternapf Info

Wenn bis hierhin alles gut gelaufen ist, können sich die meisten Hundebesitzer entspannt zurücklehnen. Denn wie die Erfahrungen zeigen, gewöhnen sich Bellos meist sehr schnell an die neue Umgebung. Wichtig ist nur, dass ihr auch in diesem Fall die täglichen Erkundungsgänge etwas ausgiebiger gestaltet, als ihr es am alten Wohnort gewöhnt wart. Euer Hund wird das Ganze dann meist als ein großes Abenteuer erleben, dass er mit seiner Bezugsperson – euch – zusammen erleben und meistern kann.

 

Anders hingegen schaut es freilich bei Katzen aus. Und auch da unterscheiden sich die ersten Tage vor allem in der vorherigen Haltungsart (also Wohnungskatze oder Freigänger) und auch nach dem Charakter des Tieres.

 

  • Stand der Katze in der alten Wohnung eine Katzenklappe zur Verfügung und in der neuen nicht, sollte der Schnurrer in den ersten Tagen nur unter eurer Aufsicht nach draußen gelassen werden, vielleicht mit einer Leine. Und danach dann nur zu bestimmten Zeiten und abends wieder reingeholt werden. Die meisten Katzen gewöhnen sich sehr schnell an feste Außenzeiten.

 

  • Zeigt sich der Stubentiger von seiner neuen Behausung gar nicht begeistert und protestiert mit Markieren dagegen, sollte erst einmal versucht werden, ihn ausgiebig zu beschäftigen. Viele Katzen sind in der neuen Wohnung gleichzeitig unterfordert und gestresst und quittieren dies durch Unsauberkeit.

 

  • Erst wenn trotz regelmäßigem Spiel immer noch markiert wird, ist Stress die eigentliche Hauptursache. Und dann rät Tierheilpraktikerin Constance Böhle dazu, nicht lange mit irgendwelchen Blütenpräparaten zu experimentieren, sondern gleich mit dem Tier zu einem Fachmann zu gehen.

 

  • War die Katze früher Freigänger und geht das in der neuen Wohnung nicht mehr, so dürft Ihr einen Balkon, der nicht zur Zierseite des Hauses gehört (der also nach hinten weist) katzensicher machen, sodass Maunz sich zumindest dort ein wenig Natur gönnen kann. Aber: Vor solchen Umbauten immer erst den Vermieter ansprechen. In jedem Fall solltet ihr euch mit allen Katzen in den ersten Tagen besonders ausgiebig befassen um den Tieren einerseits den Stress zu nehmen, den eine neue Wohnung für sie bedeutet und zum anderen, damit sie merken „Mein Herrchen/Frauchen ist trotz der neuen Umgebung trotzdem für mich da“.

In jedem Fall solltet Ihr euch mit allen Katzen in den ersten Tagen besonders ausgiebig befassen um den Tieren einerseits den Stress zu nehmen, den eine neue Wohnung für sie bedeutet und zum anderen, damit sie merken „Mein Herrchen/Frauchen ist trotz der neuen Umgebung trotzdem für mich da“.

Wohnungswechsel: Frau mit Hund
Für Hunde hat sich am Tag nach dem Umzug meist bereits alles erledigt und das Erkunden der Bude wird zum großen Abenteuer. // Foto: (c) Ljupco Smokovski - fotolia.com
Fazit

Haustiere können unter einem Umzug viel mehr leiden als wir Menschen. Das liegt vor allem daran, dass an solchen Tagen nicht nur alles gänzlich anders läuft, als die Tiere es gewohnt sind, sondern vor allem daran, dass sie schlagartig aus ihrem gewohnten Lebensumfeld herausgerissen werden. Wer hier Katze und Hund mit maximaler Behutsamkeit durch den Wechsel führt, hat zwar zusätzlich zum Umzug noch Mehrarbeit, bekommt dafür aber auch ein entspanntes Tier, das durch die Aktion nicht verstört wird.